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Ich habe ja auf früheren Reisen schon öfters von meiner Lieblings-Wetter-App MeteoBlue geschwärmt; obwohl sie ja letztlich nicht mit anderen Daten arbeiten können als alle anderen Vorhersagen auch, scheinen sie aber zumindest bessere Modelle einzusetzen. MeteoBlue hat mir schon öfters die Reiseplanung gerettet, weil ihre Prognosen einfach genauer zutreffen als andere, vor allem im 1-3 Tage Zeithorizont. In Alaska habe ich teils diametral unterschiedlich verlaufende Reisewege nur auf Basis dieser Vorhersagen ausgesucht (und teils richtig viel Glück damit gehabt).

Nun hatte MeteoBlue für heute in Telegraph Cove leichten Regen in der Nacht, bedeckten Himmel den ganzen Tag und 10-15 Grad vorhergesagt. Ich wache morgens kurz auf, schaue aus dem Fenster, und weiss dass ich mich nicht beeilen muss, denn genau so sieht es auch aus.

Ich lege mich also guten Gewissens nochmal ins warme Bett und schlafe bis weit nach 9 Uhr. Als ich irgendwann dann mal durchs Bad bin, und es draussen unverändert herbstlich ausschaut, ist der Plan für heute schnell klar. Ich mache heute einfach mal nichts 🙂

So ein Ruhetag zwischendurch hat ja auch etwas für sich. Ausserdem will/muss ich ja noch Klamotten waschen, also fange ich damit an. Während die erste Maschine durchläuft mache ich mich wieder auf nach Port McNeil. Dort kaufe ich erst im (erstaunlich gut sortierten) IGA Supermarkt etwas Obst, Käse, Cracker und sonstiges Allerlei ein, und statte danach BC Liquors einen Besuch ab. Auch hier ist die Auswahl riesig; 3 Mitarbeiterinnen helfen mir erstmal bei der Auswahl einer Flasche Pinot Noir, und weisen dabei darauf hin, dass sie aktuell keine Weine aus USA mehr im Angebot hätten, auch wenn es dort gute Pinots gäbe. Ich entscheide mich dann für einen Franzosen, und nehme auch noch ein anderes Produkt aus französischer Herstellung mit nach Hause. 

Was wäre schliesslich ein fauler Herbsttag in der Cabin ohne ein Gläschen Schampus 😉

Zufällig (ahem) enthält meine Roadmap Packliste auch einen Schampus-Flaschenverschluss, so dass ich für den Einkauf gut ausgerüstet bin. Es ist zwar etwas schräg, fast 9’000 Kilometer von Frankreich entfernt solche Sachen zu kaufen, aber interessanterweise kosten beide Flaschen (trotz Transport und “Vancouver Island”-Zuschlag) umgerechnet sogar etwas weniger als daheim in der Schweiz.

Nachdem ich die Einkäufe erledigt habe, statte ich noch dem ebenfalls fussläufig entfernt gelegenen “Mugz 2.0 Coffee House” einen Besuch ab, und nehmen eine Scheibe Lemon Cake und einen grossen Becher Macchiato mit auf den Weg nach Hause.

An der Cabin angekommen erinnere ich mich, dass ich gestern keine Aussenaufnahmen gemacht hatte, und hole das schnell nach. Meine ist die Cabin in der Mitte; aufgenommen ist das vom Blickwinkel her direkt vor dem roten Food Truck im gestrigen Foto.

Zurück in der Cabin befasse ich mich erstmal etwas mit Reiseplanung; eine Empfehlung, die ich für Telegraph Cove mehrfach bekommen hatte, war eine Grizzly Ganztages-Tour mit Tide Rip einzuplanen. Bei meiner Ankunft in Vancouver vor 10 Tagen wollte ich noch ein paar Tage abwarten, wie sich der Wetterbericht entwickelt .. und das nächste Mal daran gedacht hatte ich dann gestern abend 🙁

Aktuell ist für die nächsten 10 Tage leider schon alles ausgebucht; ich rufe dann bei Tide Rip an, falls es eventuell eine kurzfristige Absage gegeben hat, erfahre am Telefon aber, dass sie bereits eine Warteliste für die nächsten 3 Tage hätten, und die so voll sei dass sie keine weiteren Namen mehr aufnehmen würden. Schade! Aber vielleicht dann ja beim nächsten Mal 😉 Auf der anderen Seite soll das Wetter morgen eh nicht signifikant besser werden als heute, allenfalls mit Aufhellungen am Nachmittag, aber auch das macht ja nicht so richtig Freude.

Statt dessen schaue ich mal, was in Tofino so geboten wird, meinem letzten grossen “Block” an Urlaubstagen an einer Lokation. An der Küste sind Wetterberichte zwar auch immer eher schwierig, und ich werde erst am Samstag dort ankommen – aber ich baue einmal mehr auf MeteoBlue’s Magie. Für Sonntag sind 4 Sonnenstunden vorhergesagt, für Dienstag sogar 8. Allerdings ist Dienstag mein letzter richtiger Urlaubstag, bevor ich am Mittwoch in aller Herrgottsfrühe aufbrechen muss um nach Vancouver zurück zu kommen, insofern will ich den Tag eigentlich nicht zu voll einplanen.

Am Ende buche ich dann 3 Ausflugstouren: am Sonntag 20.09. werde ich mit West Coast Aquatic Safaris erst morgens 2.5 Stunden auf Whale Watching Tour gehen, und dann am Nachmittag nochmal 2 Stunden auf Bärensuche. WCAS setzt auf beiden Touren Boote ein, die teils überdacht und mit komfortablerer Infrastruktur ausgestattet sind, je nach Tour entweder mit bis zu 12 oder 37 Gästen an Bord. Am Dienstag 22.09. habe ich für den Nachmittag dann bei Adventure Tofino Wildlife Tours noch eine 2.5 Stunden Bear Watching Tour zum (hoffentlich goldenen!) Abschluss gebucht; dieser Anbieter setzt Zodiacs ein – schnelle und wendige Schlauchboote, die ich in Spitzbergen schon kennen- und lieben gelernt hatte (die dafür aber auch Null Komfort bieten).

Nach all der Planungsarbeit ist es dann erstmal Zeit dafür, den faulen Herbstnachmittag einzuläuten.

Ausserhalb der normalen Berichterstattung wollte ich dieses Foto von gestern mal noch in Silber/Schwarzweiss aufbereiten und euch nicht vorenthalten:

Und das war eigentlich schon alles vom heutigen Tag. Zum Nachtessen werde ich heute daheim bleiben und einen Roadtrip Klassiker kochen (Spaghetti Arrabiata) und dazu einen Film schauen, und bis dahin noch an meinem Buch lesen.

Morgen ist der Wetterbericht wie gesagt nicht materiell besser als heute; je nachdem lege ich vielleicht also auch da nochmal einen Erholungstag ein, oder flaniere ein wenig durch Port McNeil. Falls das Wetter überraschend gut werden sollte mache ich vielleicht einen Ausflug nach Alert Bay Island, eine kleine und anscheinend malerische Insel direkt hier vor der Küste, die nur per Fähre erreichbar ist.

Unterkunft: Orca Cabin #2, Alder Bay RV Park & Marina, Telegraph Cove, Vancouver Island (via AirBnB)
Gefahrene Km: 36
Schritte: 3’721
Fotos: 11