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The Waiting Game

Wie auch auf den letzten Kanada/Alaska-Reisen verläuft der Heimreise-Tag eher unspektakulär. Im Gegensatz zum letzten Mal ist mein Rückflug heute nicht um 13.20 Uhr, sondern erst um 16.40 Uhr vorgesehen. Der Tag heute wird also noch mehr aus Abwarten bestehen als sonst.

Vancouver ist heute auch nicht in bester Stimmung, das Wetter ist bewölkt und grau-in-grau, für den Nachmittag ist Regen angesagt (während es daheim wohl 25 Grad und Sonnenschein geben soll). 

Nachdem ich gestern ja einen Late Check-out bekommen hatte, habe ich heute keine Eile. Ich muss einfach schauen dass ich vor 10 Uhr in der Lounge zum Frühstücken bin; was auch klappt – um 9.30 Uhr sind nur noch wenige Gäste hier, und ich freue mich an Pfannenkuchen mit Ahornsirup, frischen Früchten und O-Saft.

Den Rest des Vormittags verbringe ich mit Lesen und Zeit totschlagen; gegen 12.45 Uhr verlasse ich dann das Fairmont und mache mich auf den Weg zum Check-in. Dort haben sich schon einige Leute in die diversen Anstehschlangen eingereiht, aber die Schalter sind noch nicht besetzt. Auf der Anzeigentafel steht wenig hilfreich, dass das “3-4 Stunden vor Abflug” der Fall sein wird, was zu dieser Zeit bedeutet dass es sofort oder auch erst in 50 Minuten passieren kann. 

Während ich so vor mich hinwarte, läuft regelmässig Janice um uns herum. Janice arbeitet offenbar für den Flughafen, versprüht die Autoriät einer britischen Premierministerin, und dirigiert die Massen an andere Orte, um die Schlangenbildung zu optimieren. Irgendwann kommt sie zu uns und weisst uns an, den Bereich neben der ausgeschilderten “Business Class” Linie auch noch zu nutzen, was die Schweizer Gruppe hinter mir und ich dann auch machen. 

Etwa 5 Minuten später kommt dann das tatsächlich das lokale Edelweiss Team an, und staucht uns erstmal zusammen, dass hier keine Schlangestehen erlaubt ist, wir sollen gefälligst in der Reihe stehen, die mit Business Class angeschrieben ist. Oh Canada, das hat ja schon wieder mitteleuropäischen Charme hier. Aber die Truppe ist gnadenlos, und anstatt die Schalter zu besetzen warten sie ab, bis auch die Gruppe ganz vorne (inklusive zweier älterer Passagiere mit Gehbehinderung) sich ans Ende der Schlange geschleppt haben. 

Immerhin geht es danach zügig; 6 Minuten später habe ich meine Koffer aufgegeben und mache mich auf den Weg zur Security. Vancouver hat erfreulicherweise auch schon die modernen Scanner, bei denen man nichts mehr aus den Taschen herausnehmen muss, und es dauert knapp 5 Minuten bis ich erfolgreich durch die Kontrolle bin. Auch die sonst gern genommene Extra-Runde für die Kameras entfällt heute. 

Direkt nach der Security befindet sich die Air Canada Maple Leaf Lounge, die ich mit meinem Ticket nutzen kann. Langjährige Mitleser werden sich vielleicht erinnern, dass ich vor 2 Jahren auch schon hier war, und sehr begeistert von der Signature Suite der Lounge war . Damals war ich allerdings mit Lufthansa und Air Canada unterwegs, mit dem Swiss/Edelweiss-Ticket heute bleibt mir der Zugang leider verwehrt. Die normale Lounge ist ziemlich voll, aber ich finde noch ein gemütliches Plätzchen und hole mir erstmal einen Cappuccino und später noch ein Gläschen Rosé. 

Boarding soll um 15.50 Uhr starten, also mache ich mich etwa 5 Minuten vorher auf den Weg . Unser Gate D68 ist nicht weit entfernt, und als ich ankomme sind zwar schon viele Leute da, aber das Schlangestehen hat noch nicht wirklich angefangen.

Ich gehe dann mal mit gutem Beispiel voran und stelle mich an zweiter Position in die Business Class Line; etwa 10 Minuten später beginnt das Pre-Boarding für Ältere und Familien mit Kids, und dann startet das allgemeine Boarding. Kurz darauf bin ich auch schon im Flieger und nehme meinen Platz ein; wie auf dem Hinflug hatte ich 3G gebucht, das hatte sich ja bewährt. 

Wir starten leicht verspätet um kurz nach 17 Uhr; nach dem Begrüssungs-Schampus kommt auch ziemlich bald schon das Nachtessen, und gegen 20 Uhr gehen die Lichter aus. 

Leider bekomme ich nicht so viel Schlaf wie auf dem Hinflug, obwohl der Flug absolut ruhig und störungsfrei verläuft. Richtig geschlafen habe ich vielleicht 2 Stunden, den Rest döse ich so vor mich hin. Knapp zwei Stunden vor der Landung bekommen wir dann noch ein tatsächlich recht leckeres Frühstück serviert, und setzen dann (trotz ursprünglicher Verspätung) auf die Minute pünktlich um 11.25 Uhr in Zürich auf. 

Auch der Rest geht dann sehr zügig; der SkyTrain von den E-Gates kommt direkt in dem Moment an wo ich die Treppe herunterkomme, an der Passkontrolle ist niemand vor mir, und als ich am Gepäckband ankomme startet nur wenige Minuten später bereits die Ausgabe, und meine beiden Koffer sind unter den ersten 20 Stück. Ich hatte bei Abflug mit Ex-Nachbar Mike abgemacht, dass er mich heute abholen würde, und auch das klappt tipptopp – ein kurzes Telefonat bestätigt, dass er auch schon in Warteposition ist, und wir treffen uns kurz danach an der Flughafenvorfahrt.

Eine halbe Stunde später bin ich daheim, und damit ist meine Reise ganz offiziell vorbei. 

Den Rest des Tages verbringe ich ruhig; Kofferauspacken und Wäsche waschen verschiebe ich auf morgen, und ansonsten holt mich dann auch recht schnell der Jetlag bzw. der geringe Schlaf ein. Um 18 Uhr Ortszeit sind es 24 Stunden, in denen ich nur knapp 2h im Flieger geschlafen hatte, und das merkt man langsam. Um 19 Uhr gebe ich den Kampf auf und falle ins Bett, und bekomme dann auch immerhin knapp 9 Stunden Schlaf, bis ich um kurz vor 4 Uhr aufwache. Schauen wir mal wie der Samstag so wird 🙂

Wie immer werde ich in einigen Tagen noch einen Epilog mit Zusammenfassung sowie einen Ausblick auf “What’s Next” schreiben, aber ansonsten war es das jetzt leider mit der Berichterstattung! Mit 19 Tagen Reisedauer war das einer meiner kürzeren Roadtrips, aber ich muss sagen dass mir die Zeit auf Grund der vielen Erlebnisse und Eindrücke wirklich einiges länger vorgekommen ist.

An meine Leser und virtuellen Mitreisenden vielen Dank für die treue Begleitung und eure Rückmeldungen – ich hatte sehr viel Spass beim Schreiben, und ihr hoffentlich ebensoviel beim Lesen. Bis zum nächsten Mal!

Unterkunft: LX8011 / WK11 (Edelweiss A350)
Gefahrene Km: 0
Schritte: 4’129
Fotos: 21