Ich wache gut erholt kurz vor dem Weckerklingeln um 9 Uhr auf; draussen scheint die Sonne, es hat bereits 15 Grad – perfekt für einen weiteren Tag on the Road! Heute geht es knapp 300 Kilometer weiter nach Tofino, wo ich die nächsten 4 Nächte verbingen werde – der letzte grosse Block an Urlaubstagen, bevor es wieder zurück nach Hause geht.
Die Brass Apple Cottage war wirklich ein kleines Highlight; ich hatte auf dieser Reise ja einige Male richtig Glück mit meinen AirBnB Buchungen, aber hier wäre ich tatsächlich gerne noch ein paar Tage länger geblieben. Aber, die Urlaubstage sind begrenzt, und ich habe für diese Tour vielleicht auch ein paar Orte zu viel auf die Liste gepackt – falls ich nochmal in diese Gegend reisen werde, dann glaube ich etwas fokussierter / mit mehr Zeit pro Ort, vor allem jetzt wo ich die Gegebenheiten aus erster Hand kennengelernt habe.
Wie dem auch sei, es ist Zeit zum Aufbruch. Kurz nach 10 Uhr mache ich mich auf den Weg; erster Halt für heute ist in downtown Campbell River, ganz in der Nähe von der Brewery in der ich gestern zum Dinner war gibt es das Café Freya, das skandinavisch inspirierte Küche verspricht, und insbesondere für ihre Croissants gelobt wird. Ich packe 2 Stück davon ein (und stelle fest, dass es hier sogar deutsches Sauerteigbrot gibt! Das ist zwar nicht wirklich skandinavisch, aber eine echte Seltenheit – wirklich schade, dass ich nicht ein paar Tage länger hier bin).
Google Maps möchte mich schnellstmöglich auf den 4-spurigen Highway 19 auf den Weg nach Süden bringen, aber ich entscheide mich (manuell) für die ersten 1o Kilometer auf der Küstenstrasse, dem Island Highway, zu bleiben. Der ist zwar langsamer, aber dafür auch schöner. Die Navis bräuchten wirklich dringend neben “schnellster” und “kürzester” Strecke auch die Option “schönste Route”!
Unterwegs halte ich an einem Parkplatz direkt am Wasser, und geniesse erstmal meinen Croissant und den Mocha dazu.
Kurz danach biegt die bisherige Küstenstrasse ebenfalls ins Landesinnere ab, und ich wechsle auf den echten Highway – hier geht es vor allem daran, Kilometer zurück zu legen.
Zwischendurch mache ich Pause an einem Rastplatz, der malerisch an einem See liegt.
Man merkt schon, dass einerseits Wochenende ist (und viele Ortsansässige unterwegs sind, um das schöne Wetter zu geniessen) und andererseits, dass Vancouver Island wie schon mehrach erwähnt doch sehr gut besucht ist. Zwischendurch hat es sogar tatsächlich mal Stau, weil die Parkplätze so voll sind dass die wartenden Autos die Strasse blockieren.
Der weitere Weg nach Tofino verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Am Sproat Lake mache ich nochmal Pause; nur ein paar Hundert Meter Fussweg vom Highway weg ist man hier praktisch alleine an einem wunderschönen See. Kanada ist einfach ein tolles Reiseland.
Kurz vor 16 Uhr gelange ich dann in Tofino bzw. meiner Unterkunft für die nächsten 4 Nächte an. Das Wickaninnish Inn ist ein familiengeführtes 5-Sterne-Hotel und dem Vernehmen nach eine der Bucket-List-Unterkünfte, wenn man in Tofino ist.Das Hotel liegt direkt an der Pazifikküste auf einer Felszunge, und diversen Empfehlungen folgend hatte ich noch ein Zimmer im dritten (und obersten) Stock im Hauptgebäude bekommen.
Die Unterkunft ist für ein Hotelzimmer wirklich riesig, und der Blick vom Balkon ist (trotz des inzwischen leider eingetrübten Wetters) ein Traum. Zur Begrüssung erwartet einen im Zimmer u.a. ein Glas Portwein, und bevor ich sonst irgendetwas mache, setze ich mich damit für ein Viertelstündchen auf meinen Balkon und schaue aufs Meer.
Das hoteleigene Restaurant Pointe ist ebenfalls hochgelobt, und so hatte ich bei der Zimmerbuchung auch direkt für den heutigen Akunftstag einen Tisch gebucht. Nach einem kurzen Nickerchen und frisch geduscht geht es um 18 Uhr los; als Solo-Traveller rechnet man ja immer so halb damit, den Katzentisch neben dem Küchenausgang zu bekommen, aber mitnichten – ich sitze zwar nicht direkt am Fenster, aber immerhin in Reihe 2 mit gutem Ausblick.
Die Mitarbeiter sind super aufmerksam und sehr gut vorbereitet – schon als ich am Restaurant ankomme und ohne weitere Details nur erwähne, dass ich eine Reservierung für 18 Uhr habe, begrüsst mich der Concierge direkt mit Namen. Der Service während des Essens ist ebenfalls sehr aufmerksam, aber unaufdringlich, und auch ohne Gehetze. Über 2 Stunden hinweg geniesse ich mein Drei-Gang-Menü, das tatsächlich so hervorragend ist, dass ich im Anschluss nochmal einen Slot für Montag abend reserviere.
Der hauseigene Weinkeller ist auch nicht schlecht:
Zurück im Zimmer konsultiere ich nochmal den Wetterbericht für die nächsten Tage; leider haben sich die Dinge seit Mittwoch etwas verschoben. Meine Touren am morgigen Sonntag sehen immer noch gut aus, aber der Tag mit dem besten Wetter ist jetzt wohl der Montag, und am Dienstag ist dafür sogar Regen vorhergesagt. Zum Glück ist die Tour am Dienstag bis 48 Stunden vorher kostenlos anpass- bzw. stornierbar, und Montag nachmittag hat es auch noch Plätze, so kann ich das nochmal anpassen.
Somit ist das Programm für die nächsten Tage also wie folgt: morgen Sonntag habe ich von 10.30 bis 16.30 Uhr erst eine Whale Watching und anschliessend eine Bear Watching Tour, und am Montag um 15.30 Uhr dann nochmal einen 2.5 stündigen zweiten Bear Watching Ausflug, und im Anschluss daran dann nochmal ein Dinner im Pointe. Der Dienstag ist dann planungsfrei, abgesehen davon dass ich an dem Tag alle meine Siebensachen in die Koffer packen und mich abreiseparat machen muss.
Unterkunft: Wickaninnish Inn, Tofino
Gefahrene Km: 307
Schritte: 6’341
Fotos: 238


























































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