Mein Plan, zeitig ins Bett zu gehen um ausreichend Schlaf für heute zu haben, ist leider nicht ganz aufgegangen. Statt um 22 Uhr bin ich um 23 Uhr ins Bett gekommen, konnte dann aber erst nicht einschlafen, und war dafür um 3.30 Uhr schon wieder wach 🙁 Das sollte sich dann auch nicht mehr ändern, und somit bin ich am Ende um halb fünf aufgestanden, also sogar nochmal eine halbe Stunde früher als geplant.
Die verbleibenden Sachen im Zimmer sind schnell gepackt, auch wenn ich sicher 3x in jede Schublade geschaut habe (von denen ich nur 2 aktiv genutzt hatte .. aber wer weiss!). Somit bin ich auch deutlich früher als geplant an der Rezeption; ausser mir ist nur ein anderer Gast am Auschecken, und ich nutze die Gelegenheit noch schnell ein paar Fotos von der On the Rocks Bar und vom Dining Room zu machen. Wann hat man sonst schon die Gelegenheit, dass die Räume komplett ohne Menschen sind.
Während einer der Mitarbeiter des Inns mein Auto vom Parkplatz holt trinke ich noch einen Kaffee; der kommt zwar aus der Warmhaltekanne, aber dass sie für die diversen Frühaufsteher heute überhaupt so ein Angebot an der Rezeption aufgebaut haben ist schon aufmerksam.
Und dann mache ich mich auf den Weg; es ist noch stockdunkel um 5.45 Uhr, die Dämmerung wird erst eine Stunde später einsetzen, genau wie der Regen – Vancouver Island verabschiedet mich also sozusagen tränenreich.
Die Fahrt ist insgesamt eher anstrengend; es sind viele Autos unterwegs, die alle noch vor der Sperrung durch Port Alberni wollen, und die kurvenreiche Strassenführung, die bei der Anreise nach Tofino vor einigen Tagen im Sonnenschein noch für schöne Eindrücke sorgte, ist heute bei Dunkelheit und Nieselregen recht mühsam. Immerhin, das muss man den Kanadiern (und auch den sicherlich ebenfalls mitfahrenden Touristen) zu Gute halten: keiner drängelt in der Kolonne, man beschränkt sich mit Überholvorgängen auf die kurzen “Passing Lanes” alle paar Kilometer, und das eine oder andere Wohnmobil fährt auch mal in eine Haltebucht um den Tross hinter sich vorbei zu lassen. Das macht das Ganze dann doch wieder annehmbar.
Um 8.02 Uhr bin ich durch das zur Sperrung vorgesehene Teilstück des Highway 4 durch; es hat bereits die ersten Baustellenfahrzeuge, die anfangen Material abzuladen, und alle Rast- und Parkplätze auf dem Sperrstück sind mit Pylonen abgeschrankt, damit erst niemand auf die Idee kommt, dort noch eine Pause einzulegen.
Das Hotel hatte als späteste Abreisezeit 6.15 Uhr empfohlen, ich war um 5.45 Uhr gestartet und bin ohne Pause bis hier durchgefahren, das passt also – ein bisschen Puffer war wohl noch drin, andererseits muss man dann nur einen langsamen Transporter vor sich haben, und schon wird es zäh. Und ob man 10 Minuten vor 9 Uhr dann wirklich noch durch das Teilstück durchfahren dürfte weiss man vorher auch nicht. Also, das hat mein Hotel gut gemacht.
Als ich dann Highway 4 definitiv hinter mir habe, und gerade in einer Gegend mit Handyempfang bin, halte ich kurz an. Meine Vorab-Reservation für die Fähre von Nanaimo nach Vancouver, die ich im April schon gebucht hatte, ist natürlich noch nach alter Planung für heute um 16 Uhr. Ich hatte mich im Vorfeld zwar schon schlau gemacht, wollte aber erst dann eine Änderung buchen wenn es zweifelsfrei klar war, ob ich die Route wie geplant vor der Sperrung schaffen würde. Jetzt geht das endlich, und die BC Ferries App ist erstaunlich komfortabel und mitdenkend für Umbuchungen ausgestaltet. Der Supersparpreis für die Buchung im April ist für ein neues Ticket heute natürlich nicht mehr drin, aber lieber zahle ich die 60 CAD Aufpreis, als jetzt noch 8 Stunden bei Regen auf Nanaimo herumzuhängen. Ich bekomme tatsächlich noch einen Platz für die 10.55 Uhr Fähre bestätigt, und das passt perfekt. Laut Navi sollte ich (inklusive eines Stopps bei einem lokalen Café) um 9 Uhr am Fährhafen sein, also fast exakt die 2 Stunden die man vorher da sein soll.
Am Fährhafen hat es nur eine Handvoll Autos vor mir; bis wir um 10.25 Uhr dann auf die Fähre geleitet werden ist der Parkplatz aber voll, und per Durchsage werden wir auch gebeten, im Schiff keine grossen Lücken zwischen den Autos zu lassen, da es heute morgen eine vollständig ausgebuchte Fahrt wird.
Die knapp anderthalb Stunden lange Überfahrt verläuft relativ ereignislos; zwischendurch wird links vom Schiff eine Wal-Fontäne gesichtet, aber das habe ich die Tage auf der Whale Watching Tour ja wirklich schöner und näher gesehen.
In Horseshoe Bay angekommen mache ich noch einen kurzen Abstecher in einen Park, den ich noch vom letzten Mal kenne. Hier kann ich zum einen noch die letzten Kleinigkeiten aus dem Auto in die Koffer verstauen, und zum anderen ein paar Minuten entspannt in der Sonne sitzen. In Vancouver ist das Wetter inzwischen nämlich wieder sonnig mit leichten Wolken bei 18 Grad.
Danach geht es ein letztes Mal den Wagen volltanken, und dann mühe ich mich durch den Innenstadtverkehr von Vancouver in Richtung Flughafen. Ich weiss schon, wieso ich bei Städtereisen lieber ohne eigenes Auto unterwegs bin, auch wenn die Kanadier auch hier sehr anständig unterwegs sind. Nach einer Stunde gelange ich dann am Langzeit-Aussenparkplatz des Flughafens an. Sam wird hier den Wagen einsammeln, wobei der Platz echt schon sehr voll ist. Nach einiger Sucherei bekomme ich am äussersten Ende der Anlage einen Platz, verabschiede mich von “Lucy II”, und rolle meine Koffer zum nahegelegenen SkyTrain, der mich kostenfrei zum Flughafen bringt.
Tja, und dann ist es 15 Uhr und ich bin wieder am Fairmont Hotel im Flughafen. Im Gegensatz zur Ankunft vor 16 Tagen ist heute vergleichsweise “die Luft raus” .. das Ferienende ist nah, die spannenden Tage sind bereits erlebt, jetzt heisst es hauptsächlich abwarten bis man wieder daheim ist.
Ich hatte bei der Reiseplanung ja auch mal überlegt, ob man den heutigen und morgigen Reisetag nicht in einen Tag zusammenstraffen könnte, und tatsächlich wäre das heute aufgegangen. Der Edelweiss-Flieger geht leider jeweils erst um 16.40 Uhr hier ab, also gute 3.5 Stunden später als die Direktflüge mit Swiss/AirCanada früher. Ich hätte das heute also tatsächlich schaffen können, der Tag wäre dann aber sehr stressig geworden. Heute konnte ich ja ganz entspannt sein – verpasse ich die eine Fähre nehme ich eben die nächste; aber wehe man muss zu einer festen Zeit am Flughafen sein, dann sitzt man auf Kohlen. Insofern war das also genau die richtige Variante, das so zu lösen.
Ich richte mich erstmal im Fairmont häuslich ein, gehe kurz nach 17 Uhr in der Lounge zum Dinner, und lasse dann den Tag auspendeln.
Morgen habe ich im Hotel einen Late Checkout bis 13 Uhr bekommen, d.h. ich gehe dann um diese Zeit die Koffer abgeben und durch die Security, und setze mich anschliessend bis zum Boarding noch in die Swiss Lounge. Vor 2 Jahren hatte Swiss hier eine sehr gute Partnerlounge, mal schauen ob das immer noch ist bzw. ob man als Edelweiss-Flieger da auch hinein darf.
Unterkunft: Fairmont Vancouver Airport
Gefahrene Km: 213 plus 62km mit der Fähre
Schritte: 6’433
Fotos: 40














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