Wie geplant starten wir heute um 8 Uhr zum Frühstück – es gibt hier draussen zwar keine berauschende Auswahl, aber immerhin frisches und leckeres Knusperbrot. Bevor wir aufbrechen wasche ich noch kurz 2 T-Shirts durch; die Räume sind gut belüftet und ein Tag reicht zum Trocknen. 

Glücklich beziehen wir wieder unseren alten und inzwischen reparierten Boliden und starten in Richtung Hochland. Die Freude währt allerdings nicht lange, bereits nach einer halben Stunde auf den Schotterpisten springt der Stossdämpfer wieder aus seiner Halterung und wir können wieder nur schleichend vorankommen – täglich grüsst das Murmeltier! 

Heute stehen aber sowieso viele verschiedene einzelne Fotospots auf unserem Programm im Hochland, und so beschäftigen wir uns mit verschiedenen Motiven während Stefan daran arbeitet, von unserem Vermieter einen Ersatzbus zu bekommen. Da wir die nächsten Tage wieder jede Nacht woanders übernachten werden, sind wir nicht mehr so flexibel wie bisher und es muss eine dauerhaftere Lösung gefunden werden. 

Auf dem Weg zu unserem ersten Fotostopp gibt es einen kurzer Halt für die Drohnies…

…bevor wir an einem Kratersee ankommen, wunderschön gelegen, mit einer leichten Wanderung von 45 Minuten zum besten Aussichtspunkt. Es ist zwischendurch ganz schön windig, aber Kamera und Drohne kommen dennoch voll auf ihre Kosten. Wir sind mit Hin- und Rückweg gut 2 Stunden hier.

Der zweite Stopp liegt oberhalb eines anderen Sees, in den Lava sehr fotogen eingeflossen ist. Es hat Ranger vor Ort, die leider keine Flüge mit der Drohne erlauben, aber auch so lohnt sich der An- und Ausblick, und wir verbringen kurzweilige 1.5 Stunden hier. Ausserdem scheinen heute fast alle Artic Truck Umbauten Islands, sprich die «Geschwister» unseres Boliden, hier unterwegs zu sein – wir sehen im Lauf des Tages ganze 5 oder 6 Stück davon! 

Vorne gut zu sehen – ein anderer Bolide fährt auch hier durch:

Bruno auf dem Rückweg von seiner Jagd nach einem fotogenen Schaf:

Es sind auch noch andere Touristengruppen unterwegs:

Für unseren dritten Stopp entscheidet sich die Gruppe erstmal für eine Kaffeepause am Landmannalaugar:

Foto by Richi

Foto by Raymo

Danach geht es weiter zu unserem vierten Stopp entlang der Strasse an einen Spot mit Spiegelungen, grünem Moos, weissem Wollgras und roten Felsen – Island packt die ganze Farbpalette aus! 

Nach gut 1.5 Stunden hier ist es inzwischen schon später Nachmittag geworden, und wir fahren zurück zum Landmannalaugar zum Abendessen. Unterwegs machen wir immer wieder mal kurz Halt, und an einer Stelle entdecken wir wiedermal einen Goldregenpfeiffer. Mit dem kleinen Tele komme ich leider nicht sehr nahe an ihn heran, bevor er vor uns davon fliegt, aber immerhin: man kann ihn erkennen.

Am Landmannalaugar angekommen haben wir langsam alle gut Appetit. Wie im Bericht zu Tag 11 schon beschrieben ist ein kleiner Supermarkt in 3 alten Schulbussen untergebracht; einer der Busse enthält eine kleine Küche, in der wenige aber leckere Gerichte frisch zubereitet werden. 

Photo by Frank

Das Betreiberpaar ist von Mitte Juni bis Mitte September durchgehend hier vor Ort, muss aber wenigstens nicht im Zelt übernachten, sondern hat einen kleinen Wohntcontainer auf dem Gelände der wie ein Apartment eingerichtet ist. Wir decken uns also im Supermarkt erneut mit überteuertem Bier und Wein ein und ergänzen das mit einer sehr guten Suppe und Hotdogs zu einem guten Dinner. 

Während wir auf unser Essen warten kommt der Bolidenbesitzer mit unserem Ersatzbus – auch ein Daimler in gleicher Länge, aber mit kleineren Rädern und ohne das aufwendige Kompressorsystem um den Reifendruck während der Fahrt anzupassen. Leider ist er auch nicht so geräumig wie der Alte, die schöne Rückbank mit doppelter Beinfreiheit, die ich mir bis dahin mit Bruno geteilt hatte, ist passé. Aber das ist wie immer Jammern auf hohem Niveau, vor allem wenn Michele von ihrer letzten Islandreise mit Stefan in den kleinen engen SUVs erzählt.  

Photo by Stefan

Während des Essens entscheidet sich die Mehrheit dagegen, noch in den heissen Quellen baden zu gehen (zu kalt dank Windchill, zu viele Leute, keine Infrastruktur), und so machen wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Unterwegs halten wir nochmal am gleichen Kratersee wie heute morgen, um dieses Mal die Gegend im Licht der untergehenden Sonne zu bewundern.

 

Um 22 Uhr sind wir am Hotel, wo wir den letzten grossen Bruder unseres Boliden treffen. Im Vergleich dazu sieht unser neuer Ersatzbus (der Weisse rechts) schon deutlich kleiner aus!

Morgen verlassen wir das Highlandcenter nach 3 Nächten wieder, und so ist Kofferpacken und zeitiges Aufbrechen angesagt. Der Plan sieht vor, dass wir uns um 7 Uhr zum Frühstücken treffen, um 7.50 Uhr ausgecheckt mit den Koffern am Bus sind und dann um 8 Uhr loskommen. Manchmal denke ich, dass ein bisschen mehr  Entspannung im Zeitplan schon ganz okay wäre, aber mit 10 Leuten kommt man nicht durch ein volles Tagesprogramm wenn man keinen Takt vorgibt, so ist das eben. 

Dafür haben wir bisher absolutes Wetterglück – Stefan meint, dass man normalerweise bei 4 Tagen im Hochland wenn es gut läuft einen Tag schönes Wetter hat und der Rest eher durchwachsen ist; wir hatten bisher jeden Tag für unseren jeweiligen Plan das absolute Traumwetter – gestern war es super klar für den Sveinstindur, vorgestern auch, heute hatten wir Wolken für schönes Fotolicht, mal schauen wie es morgen wird.

Unterkunft: Highlandcenter Hrauneyjar
Zurückgelegt
: 14’528 Schritte / 10.2km