Letzte Vorbereitungen (am Samstag 05.09.)
Die letzten 10 Tage vor dem Urlaub waren ziemlich umtriebig; sowohl privat wie auch geschäftlich war einiges los, und ich habe daher effektiv erst am Samstag, dem Vortag der Reise, damit angefangen, meine Siebensachen zusammenzupacken.
“Wie aufwendig kann das schon sein?” höre ich die Frage aus dem Hintergrund, die mir so am Vorabend auch von Freunden gestellt worden war, die sich recht darüber amüsiert hatten dass ich mir den Samstag fürs Packen freigehalten hatte. Aber mal abgesehen davon dass ich ja (wie immer) sowieso nicht mit leichtem Gepäck reise, ist auch bei einer Reise von “nur” knapp 3 Wochen mehr nötig, als nur 2 Hosen und 3 Pullis in einen Koffer zu werfen.
Ich habe ja schon vor Jahren angefangen, nach jeder längeren Reise auf einer Checkliste festzuhalten, was ich alles dabei hatte, was davon brauchbar war, und was man gut hätte daheim lassen können. Das beschleunigt die Packerei deutlich, aber es sind vor allem die vielen Kleinigkeiten die dann Zeit kosten – es gilt, alle Akkus der Drohne und der beiden Kameras zu laden, die Drohne will dann (ebenfalls wie immer) gerne noch ein Firmware Update, ein DJI Fly Update, ein SafeZone Update, etc., bei der Fotoausrüstung gilt es eine Auswahl zu treffen zwischen dem was ich mitnehmen möchte (alles!) vs. was ich realistischerweise unterbringe (nicht ganz alles), das Notebook möchte noch ein Update von Lightroom einspielen, die externe Festplatte muss aufgeräumt werden, diverse Adapter und Kabel müssen zusammengesucht werden, usw usw.
Es hilft dann auch nicht, dass ich erst bei dieser Gelegenheit feststelle, dass sowohl einer der grossen Kamera-Akkus von der Z9, wie auch einer der kleinen von der Z8, bei der Zwischenlagerung seit dem letzten Einsatz offenbar den Geist aufgegeben haben. Nachschub besorgen geht so kurzfristig nicht mehr, aber ich werde mit den restlichen Akkus schon über die Runden kommen.
Trotz der Erfahrungen der letzten Jahre und den Packlisten mache ich auch (wie immer) den Fehler, optimistisch alles in einen Koffer packen zu wollen. Das muss doch gehen! Allerdings ist dann am Ende vom Koffer noch einiges draussen, das eigentlich auch mit sollte.
An der Stelle wird dann aber nicht lange überlegt, dann nehme ich eben wie letztes Jahr zwei Aufgabe-Gepäckstücke mit, der Flugtarif gibt das ja her. Aufgeteilt auf den grossen Koffer und eine Reisetasche lösen sich alle Platzprobleme in Wohlgefallen auf, und gegen 18 Uhr bin ich fertig gepackt, der Flug ist eingecheckt, das Roadbook und alle Unterlagen ausgedruckt, etc. So langsam setzt Urlaubsfeeling ein!
Der Abreisetag (Sonntag 06.09.)
Erfreulicherweise geht der Flieger erst um 13.20 Uhr, ich kann also entspannt ausschlafen. Wie immer stelle ich drei Wecker, wie immer wache ich bereits 2 Stunden vorher alle halbe Stunde auf und schaue auf die Uhr. Meine Apple Watch bescheinigt mir aber immerhin eine gute Nachtruhe gehabt zu haben, so fühlt es sich auch an.
Ich gehe gemütlich durchs Bad, giesse nochmal die Pflanzen und mache die letzten Handgriffe im Haus. Spontan ersetze ich die Reisetasche dann doch nochmal durch einen kleinen Handgepäckkoffer, der sich dank Rollen leichter bewegen lässt, dann ist es auch schon 10.30 Uhr.
Ex-Nachbar Mike will mich um 10.45 Uhr zum Flughafen fahren und ist ein paar Minuten früher dran, die Fahrt verläuft problemlos, und am Business Schalter der Swiss sind nur 3 Leute vor mir, so dass ich das Gepäck dort zügig loswerde.
Zu diesem Zeitpunkt ist es kurz nach 11.15 Uhr, und ich freue mich schon dass ich noch etwas Zeit in der Lounge verbringen kann, bis ich die Anzeige an der Security sehe – über 20 Minuten Wartezeit! Das ist für Zürich unüblich lange, zumal der Flughafen inzwischen (endlich!) die modernen neuen Scanner hat, bei denen man gar nichts mehr aus dem Gepäck herausnehmen muss – weder Flüssigkeiten, noch Kameras, noch Laptops! Allerdings scheinen einige der Teile defekt zu sein, jedenfalls sind nur 4 davon im Einsatz, und als ich durch den Zugang im Terminal 1 gehe, bietet sich mir dieser Anblick…
Und das ist die Schlange beim Business Class Zugang; die Eco Schlange ist nochmals deutlich länger.
Tatsächlich dauert es dann aber keine 20 Minuten bis ich durch bin… sondern geschlagene 35 Minuten! Immerhin erwischt mich dieses Mal der Statistik-Wischtest-Piepser für die Kameras nicht; dafür aber der am Metalldetekor. Macht aber nichts, sie haben dort auch einen supermodernen Körperscanner stehen, der das Ganze in ein paar Sekunden erledigt. Mein Handgepäck kommt ohne manuelle Durchsuchung vom Band, und dann kann ich mich endlich auf den Weg zu den E-Gates machen.
Im Vorfeld hatte der Flughafen bzw SWISS noch vorgewarnt, dass es an der Passkontrolle zu Verzögerungen kommen könnte, aber wenigstens das läuft flott und entspannt ab; keine 2 Minuten brauche ich, um durch die automatischen Kontrollen zu kommen. Die Bahn zu den E-Gates kommt auch genau in dem Moment als ich durch die Kontrolle bin, perfekt. Draussen bei den E-Gates stelle ich dann fest, dass sich unsere Boardingzeit auf 12.50 Uhr verschoben hat, wodurch es sich dann tatsächlich noch lohnt, in die Lounge zu gehen.
Gute Sache: für einige Destinationen (hauptsächlich USA, aber auch Kanada) muss man vor dem Boarding nochmal einen Dokumentencheck machen. Warum ist mir zwar nicht ganz klar, sie fragen mich dort die gleichen Sachen nochmals die ich eh schon in der offiziellen ArriveCAN App beantwortet hatte (“Nein ich war nicht im Sudan oder in Uganda. Nein ich war nicht auf einer Farm. Ja ich habe ein ETA für Kanada”) aber wenn man das schon machen muss, dann am Besten in der Lounge – dort haben sie einen extra Schalter aufgestellt, an dem fast nichts los ist, im Gegensatz zu dem allgemeinen Schalter unten an den Gates.
In der Lounge gibt es dann noch Apfelstrudel und etwas zu trinken, und 25 Minuten verschnaufen.
Kurz nach 12.50 Uhr komme ich am Gate E57 an, und nur wenige Minuten später startet auch tatsächlich schon das Boarding.
Mein Platz für die nächsten 10 Stunden und 8550 Flugkilometer. Edelweiss setzt auf der Strecke jetzt den A350 ein; beim letzten Mal bin ich noch mit der 787 nach Vancouver geflogen. Der A350 ist sicher das modernere Flugzeug, einziger kleiner Nachteil ist, dass die Bestuhlung dort 2-2-2 ist, d.h. die Fensterplätze haben keinen direkten Zugang zum Gang, sondern man muss immer über seinen Nebensitzer klettern, weshalb ich einen Gangplatz in der Mitte gebucht hatte. Aber: Jammern auf hohem Niveau!
Ebenfalls Jammern auf hohem Niveau: das Komfortzubehör (Socken, Schlafbrille, etc) kommt nicht mehr wie früher in einem hübschen Mäppchen, sondern in einer Pappschachtel.
Die Business Class ist bis auf den letzten Platz belegt; interessanterweise sind überdurschnittlich viele Familien mit Kindern hier; Spitzenreiter ist ein Paar mit 3 Teenagern.
Zum Start kredenzt Edelweiss einen Rosé Champagner, der ziemlich lecker ist, allerdings offenbar nur in limitierter Menge beschafft wurde – als das Paar neben mir und ich zum Apéro gerne noch etwas davon hätten, ist der Vorrat bereits alle :). Macht aber nichts, vom normalen Schampus haben sie genug, und schenken den auch grosszügig aus. Es folgen also im Verlauf von anderthalb Stunden Apéro, Gemüsevorspeise, Kalbsgeschnetzeltes mit Risotto, und Nachtisch.
Danach wird das Licht gedämmt, und die Meisten legen sich schlafen; ich komme auch auf gute 3.5 Stunden, danach schaue ich noch ein paar Reisevideos über meine Strecke der nächsten Tage, die ich vorher aufs Ipad geladen hatte.
Wir fliegen über Island und Grönland, und sind dann schon bald nah am Ziel.
Leider kann ich mangels Fensterplatz keine Fotos aus der Luft machen, was wirklich schade ist – das Wetter ist heute trotz Wolken richtig gut, und auch von den Waldbränden vor einigen Wochen ist aktuell nicht viel auszumachen. Ich erinnere mich noch, dass bei der Reise in 2018 Vancouver im Anflug kaum zu sehen war, so dicht hing der Rauch über der Stadt. Das ist aktuell zum Glück offenbar nicht so.
Aber um zumindest einen kleinen Eindruck zu geben: das Entertainment-System bietet einen Livestream einer Kamera an, die am Unterboden des Fliegers angebracht ist. Die Qualität ist nicht HD, aber man bekommt zumindest einen Eindruck mit.
Obowohl wir mit einer halben Stunde Verspätung in Zürich losgekommen sind, landen wir fast pünktlich in Vancouver – 14.57 Ortszeit (knapp Mitternacht zuhause) statt geplant 14.45 Uhr ist auf die Distanz top. Wenn das mal die Deutsche Bahn hinbekommen würde!
Da ich am Samstag bereits alle Angaben zur Immigration und Zollkontrolle in der ArriveCAN App eingegeben hatte, und die Organisation in Vancouver ziemlich effizient abläuft, bin ich schnell durch alle Kontrollen durch, und wenige Minuten später kommen auch schon die Koffer aus Zürich in der Gepäckausgabe aufs Band. Meine beiden Koffer sind unter den Ersten, und danach bin ich auch schon offiziell “da”. Willkommen in Kanada!
Wie schon im Post zur Reiseplanung berichtet kann ich den Mietwagen erst morgen übernehmen, daher hatte ich für heute eine Übernachtung am Flughafen gebucht. Das einzige Hotel direkt im Flughafen ist das Fairmont, das ich schon von früher her kenne, und das von der Gepäckausgabe aus in wenigen Minuten erreicht ist.
Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe gibts erstmal eine Dusche (herrlich) und danach ein paar Schritte auf kanadischem Boden rund um den Airport – das Sonnenlicht und die warmen Temperaturen machen dann doch nochmal ein wenig wacher.
Sam von FarOut Wilderness hat heute noch gemailt während ich im Flieger gesessen bin, dass er mich morgen hier direkt vor dem Hotel aufsammeln und dann zum Langzeitparkplatz mitnehmen wird, wo wir die Übergabe des Boliden absolvieren wollen. Er hat mich aber schon vorgewarnt, dass er eventuell 20 Minuten später kommt, weil auf der Strecke gerne unberechenbarer Verkehr herrscht, aber was soll’s … ich habe morgen zwar eine ordentliche Strecke vor mir, aber es ist ja Urlaub.
Ich antworte ihm also noch schnell und gehe dann in den Aufenthaltsbereich des Hotels hier im 14. Stock; dort gibt es noch etwas Fingerfood und ein Willkommensgetränk, danach sichte ich im Zimmer noch die paar Aufnahmen von heute, und mache diesen ersten Bericht der neuen Reise fertig, und dann bin ich auch schon ziemlich parat fürs Bett – daheim ist es fast 5 Uhr morgens!
Unterkunft: Fairmont Vancouver Airport
Gefahrene Km: (24 km zum Flughafen Zürich)
Schritte: 7’792
Fotos: 84
































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