Die Kleidung
«Spitzbergen im Sommer» bedeutet immer noch Temperaturen um den Gefrierpunkt, plus Windchill. Dazu kommt, dass wir viel in den Zodiacs genannten nautischen Schlauchbooten unterwegs sein werden, um nahe an unsere Motive heran zu kommen – gute Kleidung im Mehrschichtprinzip ist also Pflicht.
Zur Grundausrüstung gehören auf meiner Reise damit:
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- Base Layer: Icebreaker Unterwäsche aus Merinowolle
- Mid Layer: Kjus Formula, und die guten VW Ice Experience Windbreaker aus Schweden
- Softshell: warme Daunenjacke /Transa Highlight Down Hoody 900
- eine gefütterte Winterhose (Kjus Formula)
- eine normale Outdoor Hose (Softshell 2.0 von Stellar Equipment)
- Regenjacke: wasserdichtes Ultralight Shell Jacket 2.0 von Stellar
- Handschuhe: The Heat Company, die Durable Liner Pro mit einschiebbaren Heizpäckchen
- Wanderschuhe: Salewa Mountain Trainer
- Mütze/Kappe: Trailheads Fleecekappe
Ergänzend dazu wird auf dem Schiff jedem noch ein wasser- und winddichter Overall mit Schwimmweste zur Verfügung gestellt.
Kurios: die ebenfalls dringend notwendigen wasserdichten Gummistiefel mietet man auf Longyearbyen beim Schweizer Honorarkonsul! Dazu später mehr im Reisebericht.
Die Fotoausrüstung
Im letzten Jahr hatte ich (auch geprägt durch die Eindrücke von der Islandreise) die wirtschaftlich bittere, aber technisch sehr verlockende Entscheidung getroffen, nach über 30 Jahren Spiegelreflexkameras von Canon auf die neueste spiegellose Kamera von Nikon zu wechseln.
Der Grund für den Technologiewechsel war noch einfach; in Island war ich bereits nur noch einer von zwei Teilnehmern, der immer noch mit Spiegelreflex fotografierte, alle anderen hatten bereits den Sprung auf die spiegellose Technik hinter sich. Mittlerweile findet Innovation bei den meisten Herstellern eigentlich nur noch auf der spiegellosen Plattform statt, und was ich bei den Kollegen in Island gesehen hatte, hat mich dann doch sehr überzeugt.
Schon deutlich schwieriger war die Entscheidung für den Hersteller – Canon war eigentlich
gesetzt, als Ende 2021 sowohl von Nikon wie Canon die neuen Flagship Kameras auf den Markt kamen – die Canon R3 und die Nikon Z9. Sony war mit der bereits 2021 erschienen A1 ebenfalls stark positioniert. Alle drei Kameras sind unterm Strich hervorragende Geräte, und jedes Einzelne kann vermutlich deutlich mehr als ich je effektiv nutzen werde.
Nach Dutzenden Vergleichsvideos auf YouTube und diversen Testberichten hatte ich mich eigentlich schon so gut wie für die Canon entschieden, obwohl die R3 nur mickrige 24 MP Auflösung bietet –weniger als meine bisherige Spiegelreflex, die D5 Mk4.
Und dann wurde bekannt, dass Nikon ein Superteleobjektiv für die Z9 auf den Markt bringt, eine Festbrennweite mit 800mm – wie gemacht für Tierfotografie. Normalerweise bewegen sich die Preise für solche Teleobjektive in Bereichen, die man auch als Enthusiast ausserhalb des Profi-Daseins kaum verantworten kann, aber das neue 800er von Nikon sollte von Anfang an bei nur knapp der Hälfte von vergleichbaren Canon-Objektiven starten. Nach einigen Hin-und-Her-Überlegungen, Abwägungen, noch mehr Testberichten, Video-Reviews von Vorserienmodellen, etc. fiel dann meine Entscheidung zu Gunsten der Nikon aus.
Im April 2022 ging es dann los mit dem Versuch, die Kamera und das 800er Tele zu bestellen.
Zum damaligen Zeitpunkt waren beide Geräte sowohl in Deutschland wie auch der Schweiz so gut wie nicht lieferbar, bzw. nur mit monatelangen unverbindlichen Wartezeiten (Chipkrise, Corona, Supply-Chain-Issues, etc). Einige Fotoshops hatten sich damals nicht einmal die Mühe gemacht, auf meine Anfrage per Mail zu antworten.
Am Ende bekam dann Photo-Universal in Fellbach bei Stuttgart den Auftrag, und im Oktober 2022 wurde zumindest schon einmal die Z9 geliefert. Ende Februar 2023, also fast ein Jahr nach Bestellung, als ich schon nicht mehr wirklich daran glauben wollte, bekam ich dann auch das 800er Objektiv – laut Photo-Universal das erste 800er das sie deutschlandweit ausliefern konnten.
Natürlich lassen sich alle meine alten Canon-Objektive auf der Nikon nicht mehr einsetzen, somit wurde die Ausrüstung noch um ein passendes Weitwinkel und zwei Zoomobjektive ergänzt. Ein vollwertiges Stativ mitzunehmen lohnt sich für Spitzbergen nicht (da wir meistens auf den Zodiacs unterwegs sein werden) aber für alle Fälle nehme ich zumindest ein Einbeinstativ mit.



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