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Zimanga Private Game Reserve

Gefühlt gibt es nur eine Agrar-Anbauform in Südafrika: Zuckerrohr. Überall auf unserer Fahrt durch Zulu-Land sieht man riesige Plantagen, und auch die Existenz des heutigen Zimanga verdanken wir dem Zuckerrohr. Charl Senekal, ein sehr erfolgreicher Farmer, hatte Ende der 90er ein grosses Stück Land gekauft, um seine Anbauflächen zu erweitern. Zu diesem Land gehörte auch eine kleine Game Reserve («Wildreservat» oder «Gehege» auf deutsch), die aber von Wilderern mehr oder weniger komplett geplündert worden war. 

Charl investiert viel von seinem Zuckerrohr-Geld in lokale Entwicklungsprojekte; nach eigener Aussage haben heute 300’000 Leute in Südafrika Zugang zu Trinkwasser durch seine verschiedenen Projekte, und er hatte schon früh begonnen sich um den Schutz von Wildtieren zu bemühen. Nachdem das ursprüngliche Reservat eingezäunt und wiederhergestellt worden war, hat er es im Lauf der Jahre auf gut 70 Quadratkilometer erweitert, und heute leben über 80 verschiedene Wildtierarten in der Zimanga Game Reserve. Bewaffnete Wächter patroullieren auf dem Gebiet, für uns in der Regel unsichtbar, um Wilderer fernzuhalten, und die Rhinozerose werden regelmässig «enthornt» um Wilderern erst gar keine Anreize zu bieten.

Zimanga ist etwa 4 Fahrstunden von Durban entfernt; von der Grundstücksgrenze bis zur Lodge ist man ca. 20-30 Minuten mit Safari Landrovern unterwegs.

Die Zimanga Lodge

Die Lodge wurde 2018 eröffnet und bietet 10 «Zimmer» (eigentlich eher kleine Doppelhaushälften, siehe Fotos). Dazu gibt es noch den Familiensitz («The Homestead»), auf dem 4 weitere Zimmer exklusiv für Gruppen buchbar sind. Für die Mitarbeiter der Lodge stehen im hinteren Bereich des komplett gegen Wildtiere eingezäunten Anwesens ebenfalls Häuser zur Verfügung, in denen sie leben.

Wie funktioniert das mit den Hides?

Zimanga war die erste Game Reserve, die sich explizit an Fotografen ausgerichtet hat – Charl ist selbst auch begeisterter Hobbyfotograf, und hatte sichdie Hilfe von Bence Mate bei der Planung der Anlagen gesichert. Bence hat nicht nur in 2010 den BBC Wildlife Photographer of the Year Award gewonnen, sondern gilt als führender Experte bei der Planung und Implementierung von sog. Hides – Verstecken, in denen Fotografen Tieren in ihrem Lebensraum nahe kommen können, ohne diese zu stören.

Aktuell gibt es 7 Hides auf Zimanga; zwei davon sind so ausgerüstet, dass man dort übernachten kann – es hat 4 Stockbetten, Kühlschrank und Mikrowelle, eine Toilette, Internet (theoretisch) sowie eine Klimaanlage. Wir gehen jeweils zwischen 15 und 16 Uhr in die Übernachtungs-Hides und bleiben bis morgens 6 bzw 9 Uhr dort; die Lodge gibt uns Essen und Getränk mit, so dass man auf das leckere Dinner nicht verzichten muss, auch wenn es in der Hide frisch aus der Mikrowelle natürlich nicht so schön anmutet wie in der Lodge. 

Das ist die zweite Übernachtungs-Hide von aussen gesehen - das Wasserloch wirkt klein, lockt aber Tiere gut an und immer im Blickfeld unserer Kameras

Neben seinem Einsatz für Tierschutz ist Charl aber auch ein pfiffiger Geschäftsmann – jedes Zimmer hat, abhängig von der Anzahl Übernachtungen, ein festes Kontingent an Hide-Besuchen und Hide-Übernachtungen. Fotogruppen wie unsere möchten natürlich möglichst oft die Hides nutzen, also bucht Squiver deutlich mehr Räume als es für die Teilnehmer eigentlich nötig wäre. Bei unserer Reise waren es 6 Teilnehmer plus Marsel und Daniella, Squiver hatte aber bis auf 2 Zimmer alle Räume in der Lodge und im Familiensitz gebucht, damit wir zusätzliche Kontingente für die Hides hatten.

Dadurch hat jeder von uns 4 Übernachtungen in einer Hide auf dieser Reise – kein anderer Fotoreisenanbieter, den ich angeschaut hatte, bietet mehr als 2 bis maximal 3 Nächte an.

Unser Plan für die Woche

Daniella ist sehr darum bemüht, Dinge für alle Teilnehmer fair zu regeln. Daher gibt es zur Ankunft in Zimanga für uns direkt einen Wochenplan, der nicht nur aufzeigt wer wann in welcher Hide sein wird, sondern auch noch die Sitzplätze und Wach-Schichten festlegt.

Die 6 Teilnehmer werden in 2 Gruppen a 3 Personen aufgeteilt, die jeweils gleich viel Zeit abwechselnd mit Daniella und Marsel in den Hides sowie auf den Safari Fahrten verbringen werden.

In jeder Hide hat es 4 Plätze mit bequemen Stühlen und Stativen, und man fotografiert durch spezielles Glas das die Bildqualität nicht reduziert, aber verhindert dass die Tiere uns sehen können. In den Hides ist sichergestellt, dass jeder Teilnehmer im Lauf der 8 Tage durch die Plätze 1,2,3 und 4 rotiert, so dass sich niemand benachteiligt oder vom first-come-first-serve gestresst fühlt.

In den vier Hide-Übernachtungen gibt es ausserdem Wach-Schichten – drei Leute können ein paar Stunden Schlaf sammeln, während einer wach bleibt und die Anderen weckt falls sich etwas Spannendes tut.

Die 4 Schichten sind 22-24 Uhr, 24 – 2 Uhr, 2-4 Uhr und 4-6 Uhr. Die erste und letzte Schicht sind tendenziell die Besten, die zwischendrin sind relativ hart. Auch hier ist sichergestellt, dass jeder Teilnehmer einmal jeden der 4 Zeitslots «abbekommt».

Die die 4 Besuche in den Übernachtungshides jeweils die Tagesgrenze überschreiten werde ich dort die Berichterstattung nicht künstlich auf 2 Tage aufteilen, sondern jeweils in einem Bericht lassen. In der Tabelle unten sieht man das Ganze im Überblick, und ich werde dann den jeweiligen Bericht dort auch nochmal verlinken.

 

20.6.2024 Morgens Anreise nach Zimanga
  Nachmittags 1. Übernachtungs-Hide
21.6.2024 Morgens 1. Übernachtungs-Hide bis um 6 Uhr, dann Game Drive
  Nachmittags Lagoon Hide (3 Stunden)
22.6.2024 Morgens Game Drive
  Nachmittags 2. Übernachtungs-Hide
23.6.2024 Morgens 2. Übernachtungs-Hide bis 9 Uhr
  Nachmittags Game Drive
24.6.2024 Morgens Scavenger Hide
  Nachmittags 3. Übernachtungs-Hide
25.6.2024 Morgens 3. Übernachtungs-Hide bis um 6 Uhr, dann Game Drive
  Nachmittags 4. Übernachtungs-Hide
26.6.2024 Morgens 4. Übernachtungs-Hide bis 9 Uhr
  Nachmittags Game Drive
27.6.2024 Morgens Abreise um 8 Uhr