Die hellhörigen Zimmer in Nordamerika bin ich angesichts der ortsüblichen Leichtbauweise zwar inzwischen irgendwo gewöhnt, aber das Mukluk Manor schlägt sogar den bisherigen «Spitzenreiter» auf meiner Liste (das Motel Super 6 in Moab, in dem ich 2012 die Unterhaltungen meiner Zimmernachbarn inhaltich mitverfolgen konnte bzw musste). Mein unbekannter Nachbar hat nicht nur die ganze Nacht geschnarcht wie ein Holzfäller, sondern auch noch das dringende Bedürfnis, dann morgens um halb sechs diverse Telefonate auf Lautsprecher zu führen. Eines davon war mit seinem Kumpel Randy. Und ja, ich wollte das nicht mitbekommen, aber man hat es einfach so gut hören können.
Nachdem ich dann schon nicht richtig ausgeschlafen war, kam das faule-Eier-Warmwasser im Bad auch nicht gerade im besten Moment. Der gelungene Morgen wurde dann auch erstmal nicht besser, da es draussen in Strömen regnete.
Ich habe dann irgendwann gegen halb zehn Uhr das Feld geräumt, den Boliden mit den neu bzw umgepackten Koffern & Co bestückt und mich auf den Weg gemacht. Beim Coal Miner Campground von gestern abend hole ich mir dann noch einen grossen Becher Kaffee und mache mich auf den Weg nach Dawson.
Auf der To-Do-Liste in meinem Travelbook für diesen Streckenabschnitt stand in erster Linie ein möglicher Hike bei den Five Fingers Rapids, aber es regnet dort dann dermassen stark, dass ich nach ein paar schnellen Fotos unverrichteter Dinge das Feld räume.
Unterwegs wird es zwar immer wieder mal trocken und stellenweise sogar kurz sonnig, das hält in der Regel aber nicht lange an, und so spule ich primär die Kilometer nach Dawson ab, höre dabei eines der Hörbucher aus dem Fundus und geniesse hauptsächlich die Weite und Leere des kanadischen Nordens.
Am späten Nachmittag gelange ich dann in Dawson an, wo ich für die nächsten beiden Nächte ein Zimmer in Bombay Peggy’s Inn & Pub gebucht habe. Nach eigener Aussage ist das Peggy’s das einzige Bed & Breakfast in Dawson, das früher ein Bordell war – das Haus wurde Anfangs der 1900er Jahre gebaut und die namensgebende ehemalige Besitzerin «Bombay Peggy» war eine ehemaliger Can Can Tänzerin, die im Haus eine Schwarzbrennerei und ein Bordell betrieb.
Vor 20 Jahren wurde das Haus im Ort einige Blocks verlegt und anderthalb Jahre lang komplett renoviert, und gehört heute zu den bestwertesten B&Bs im Ort – daher habe ich hier eines der wenigen freien Zimmer gebucht, obwohl es nur noch Zimmer mit «shared bathrooms» gab, was sonst ja ein NoGo für micht ist. Mangels echter Alternativen im Ort, der jetzt am Wochenende voll mit Touris ist, war es den Versuch (hoffentlich) wert.
Das Bombay Peggy’s:
Die Gehwege sind grösstenteils mit Holzplanken befestigt, aber die Strassen sind ungeteert und nach dem Regen heute ziemlich matschig. Dafür gibt es immerhin genug Parkplätze:
Das mit einem anderen Gast geteilte Bad (sehr überschaubar!):
Der Gemeinschafts-Salon, in dem nachmittags kostenlos Sherry und Port für die Gäste kredenzt wird:
Impressionen aus Dawson:
Nachdem der hauseigene Pub im Peggy’s nur Alkohol, aber keine Mahlzeiten serviert, esse ich bei Klondike Kate’s zu Abend – auch eine der klassischen Anlaufstellen im Ort, bei denen man laut Tripadvisor gerne mal eine halbe Stunde bis Stunde auf einen Tisch warten muss, wo ich heute aber dank zeitiger Ankunft problemlos einen Platz bekomme.
Nach der eher durchwachsenen letzten Nacht und angesichts des immer noch wechselhaften Wetters ziehe ich mich dann relativ früh in mein Zimmer zurück und lege mich früh aufs Ohr, hoffend dass der bis 1 Uhr morgens geöffnete Pub & dessen Gäste mir diese Nacht trotzdem etwas mehr Schlaf gönnen werden als der Schnarchsack in der letzten.
Gelaufene Km: 4.1
Gemachte Fotos: 32

















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