Heute machen wir uns also wirklich auf den Weg nach Hause. Wie schon auf der 2023er Reise müssen wir nach einem frühen Frühstück bis um 8 Uhr vom Schiff sein – die nächste Reisegruppe trifft heute nachmittag um 16 Uhr ein, und bis dahin muss die Besatzung das Schiff komplett auf Vordermann bringen.
Das Kaiserwetter von gestern ist heute immer noch da, und so wandern wir alle gemütlich durch die Winterlandschaft Longyearbyens hoch in den Ort, für letzte Einkäufe und Kaffee & Kuchen in unserem Lieblingscafe in der Innenstadt.
Kurz nach 11.30 Uhr sind wir wieder unten am Hafen; Stefan hat wie immer einen Bus organisiert, um uns und unsere Koffer vom Hafen zum Flughafen zu bringen. Den Vormittag über hatten wir das Gepäck noch an Bord lassen können, und schleppen jetzt die diversen Rollkoffer, Reisetaschen und Fotorucksäcke den vereisten Pier entlang zum Hafengelände. Das sind zwar nur vielleicht 400 Meter, aber bei -25 Grad und eisigem Boden ist man dann doch froh, es erfolgreich vom Pier herunter zu schaffen.
Auch dieses Jahr hatten wir viel Gepäck dabei 🙂
Am Flughafen läuft alles plangemäss, wir haben unsere Koffer zügig aufgegeben und warten im kleinen Terminal auf den Flieger nach Oslo. Unterwegs gibt es noch einige schöne Impressionen.
Wie in 2023 landet auch dieser in Tromsö zwischen, um die Einreise in den Schengenraum zu managen. Der provisorische Containerbau von damals ist inzwischen durch eine permanente, fertige Lösung ersetzt worden; leider sind die Informationen dazu, ob wir dort unsere Koffer (wie letztes Jahr) vom Band holen und nochmal durch die Security bringen müssen, sehr widersprüchlich.
Wir warten sicherheitshalber einige Zeit am Kofferband (wo sich auch diese schöne Skulptur aus abgestürzten Drohen befindet), aber nachdem kein internationaler Koffer auftaucht und auch kaum andere Passagiere aus dem Flieger hier sind, wird klar dass das Gepäck doch automatisch durchgecheckt wird. Wir selbst und unser Handgepäck müssen nochmal durch die Sicherheitskontrolle, aber wenigstens ist uns das Umladen der Koffer erspart geblieben.
Ein Ärgernis gibt es dann aber noch zum Schluss: ich bekomme eine Nachtricht von SAS, das eins meiner Gepäckstücke zurückgehalten worden sei, und dass ich mich am Schalter melden müsste um das für die Weiterreise am nächsten Tag von Oslo nach Zürich «freizuschalten». Eine weitere Erklärung dazu wurde natürlich nicht mitgeliefert, und als wir in Oslo landen ist es bereits so spät, dass keiner der SAS Schalter mehr besetzt ist.
Google führt mich dann auf die richtige Spur, die sich am nächsten Morgen dann auch bestätigen sollte: ich hatte meine beiden Gepäckstücke am Flughafen Longyearbyen selbst eingecheckt (dieser Arbeitsschritt ist inzwischen ja auch schön auf den Kunden ausgelagert worden), und mein Koffer war laut Waage 23.7kg schwer, also 700 Gramm über dem Limit. Da sonst aber nichts weiter passierte, und das norgwegische Display auch keine sinnvolle Auskunft gab, hatte ich danach mein zweites Gepäckstück mit 11kg aufgegeben.
Tja, und anstatt mich die 700 Gramm in die zweite Tasche umpacken zu lassen, war SAS nun der Meinung, mir dieses «Übergepäck» in Rechnung stellen zu dürfen – und damit ich auf jeden Fall zahle, wurde das besagte Gepäckstück in Geiselhaft genommen und erst wieder freigegeben, nachdem ich den fälligen Betrag am Flughafen bezahlt hatte. Und selbstverständlich wurden nicht nur die 700 Gramm in Rechnung gestellt, sondern man verlangte den gleichen Betrag, den einer der Mitreisenden für das maximal zulässige Gewicht von 26kg bezahlt hatte. Ich weiss heute nicht mehr wieviel das war, ich glaube 50 EUR – auf jeden Fall eine schlechte Kundenerfahrung mit SAS. Formal nach ihren T&Cs sicher rechtens, daher ist Herumstreiten auch nutzlos, ich werde einfach beim nächsten Mal (a) versuchen SAS wo möglich zu vermeiden und (b) den Betrieb zur Not am Flughafen aufhalten und Taschen umpacken, wenn die Airline wegen einem Dreiviertel Kilo so einen Aufriss macht.
Aber, egal – der Weiterflug von Oslo nach Zürich am 16. April war dafür im positiven Sinn ereignislos, und wir sind gut wieder daheim angekommen, und darauf kommt es schliesslich an.
Epilog:
Die Winterzauber-Reise 2025 war sicherlich eine ganz andere Erfahrung als die im Sommer 2023. Die Sommerreise war in mehrerer Hinsicht einmalig – eine Gruppe bei der praktisch alles gepasst hat, 2 Wochen lang spiegelglatte See, tolles Wetter und diverse Polarbär-Sichtungen, der Beluga-Schwarm, etc. etc. kombiniert mit einer tollen Stimmung innerhalb der Gruppe wie auch mit der Crew, das kann man weder so planen noch wiederholen.
Der Winterzauber war von Anfang an als eine andere Reise ausgerichtet: mehr auf Landschaften und Licht als auf Tiersichtungen ausgelegt, mit einer deutlich entspannteren Gangart als im Sommer weil die Eisverhältnisse solche Ausflüge wie im Sommer einfach nicht zulassen. Dafür hatten wir das Erlebnis Snowscooter, und wie jede Reise mit Stefan war auch diese ein voller Erfolg, schon allein weil er sich so unermüdlich dafür einsetzt, den Leuten möglichst viel zu bieten – und so hatten wir 14 Tage mit viel Spass, netten Leuten, tollen Motiven und guter Unterhaltung!
Bei der Fotoauswertung zeigt sich ebenfalls, dass die Drohnengesetzgebung dieses Jahr deutlich strenger ist als noch vor 2 Jahren; es hat sich zwar gelohnt, die fliegende Kamera mitzunehmen, aber man hat schon sehr viel weniger Gelegenheiten als früher, sie zum Einsatz zu bringen.
Fotos insgesamt: 5’391
- Mit der Drohne: 421
- Mit dem iPhone: 941
- Mit den Nikon Kameras: 4’029
Tja, und zum Abschluss noch die etwas rhetorische Frage: fahre ich nochmal nach Spitzbergen?
Das lässt sich tatsächlich gar nicht so leicht beantworten. Wenn ich nochmal fahren würde, dann sicher eher für die Sommerreise als im Winter, einfach weil ich mehr Freude an Tieraufnahmen als an Landschaften habe, und weil die Ausflüge mit den Zodiacs schon sehr viel Spass gemacht haben. Andererseits sprechen die Verbotsregeln, die Svalbard erlassen hat, derzeit schon generell eher gegen weitere Reisen dorthin – Drohnenfliegen ist fast nicht mehr möglich, Eisbärensichtungen ebenfalls. Und die Behörden haben ja auch klar gemacht, dass diese Regeln dazu gedacht sind, den überbordenden Tourismus in der Gegend einzudämmen, und man muss sagen: das funktioniert. Von daher wäre Spitzbergen vielleicht in ein paar Jahren nochmal eine Überlegung wert, im Moment aber eher nicht.
Da ich für die nächsten Jahre aber bereits andere Pläne habe (2027: Altiplano von Argentinien, Bolivien und Chile, und 2028: Costa Rica, beide Reisen wieder mit Stefan) ist das derzeit aber eh keine dringende Fragestellung.
Gemachte Fotos: 56
Zurückgelegte Schritte: 13’545



















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