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Tag 29 – 11.08.24

Eigentlich hatte ich mich für heute ja auf einen verregneten und daher faulenzerischen Sonntag eingestellt, und zunächst sah auch alles danach aus – erstmal gemütlich ausgeschlafen, dann der Blick aus dem Fenster: es regnet. Ich fahre kurz in den Ort hinunter, um bei Safeway frische Butter fürs Frühstück zu besorgen (die bisherige Butter hatte den gestrigen Fahrtag nicht gut überstanden).

Bei Safeway finde ich zufällig im Getränkeregal das gute Arrowhead – ein richtig gutes «lokales» Wasser in Flaschen, wobei «lokal» hier mit Vorsicht zu geniessen ist – es ist amerikanisches Wasser, stammt aber aus Kalifornieren. Auch nicht sooo viel näher als das Perrier das ich die ganze Zeit trinke (6000 km vs 8000 km…). Im Gegensatz zu vielen anderen «Bottled Water» aus USA ist Arrowhead aber keine chemisch gereinigte Plörre a la Desani, sondern echtes Quellwasser. Und ganz selten mal findet man das sogar in einer «sparkling» Version, so heute auch hier – was ich in Homer nie erwartet hätte.

Anschliessend mache ich noch einen Abstecher weiter südlich in den Ort zu «BB’s Bakery» die in den Rezensionen für ihre Backwaren gelobt werden – und ein Laden, dessen Parkplatz so dermassen voll ist, kann doch eigentlich nicht schlecht sein, oder?

Leider sehen die Donuts zwar toll aus, sind mir aber viel zu süss, es wird also wohl bei dem einen Besuch hier bleiben. Meine Lieblingsbäckerei im Ort, die «Two Sisters» unten am Strand, haben leider von Sonntag bis inkl. Dienstag geschlossen – das war früher auch nicht so, aber ich nehme an hier ist Personalmangel genauso ein Problem wie überall sonst auch.

Nach der Bakery fahre ich mir noch einen Kaffee bei «Captain Coffee» holen – früher war das ein ganz kleiner Laden mit praktisch nur einer Theke und einem Drive-Through; inzwischen haben sie ausgebaut und beherbergen einen Frühstücksraum mit Platz für gut 20 Leute, der heute am Sonntag zum Brunch auch ziemlich gut gefüllt ist.

Mit Donuts und Kaffee ausgerüstet fahre ich zurück ins Chalet, frühstücke gemütlich und schmeisse dann die Waschmaschine an – die letzte Unterkunft mit Waschmöglichkeit war vor 11 Tagen in Horseshoe Bay, und somit kommt das jetzt zu einer guten Zeit.

Gegen 15 Uhr schwanke ich noch zwischen Mittagsschläfchen halten oder ein Buch lesen (es ist ja, wohlgemerkt, eigentlich immer noch ein lazy Sunday!) als die Sonne durch die Wolken bricht, und ich vom Wohnzimmer aus einen schönen Blick auf den im Licht liegenden Spit habe.

Hier einmal exemplarisch die Sicht vom Balkon, wie sie sich im Lauf der letzten paar Stunden verändert hat –

Morgens kurz vor 10 Uhr:

Um 13.50 Uhr:

Um 14.30 Uhr:

Okay, wer kann bei dem Wetter schon daheim sitzen bleiben – ich springe also ins Auto, und fahre erstmal noch etwas weiter den East Hill hoch bis zum Skyline Drive Viewpoint:

Dort komme ich noch mit Thomas und Zachary ins Plaudern, zwei Locals aus Homer die auch angehalten haben um die Aussicht zu geniessen, und die eigentlich auf dem Weg zu einer Hochzeitsfeier sind – ihnen ist aber mein kanadisches Nummernschild aufgefallen und das hat ihre Neugier geweckt.

Freitag habe ich einen Frisörtermin in Homer, es wird höchste Zeit für einen Haarschnitt 😉

Als Nächstes fahre ich weiter auf den Spit, und dort direkt durch bis ans Ende der Strasse – buchstäblich und korrekterweise benannt als  «Land’s End» bzw «End of the Road» Parkplatz. Und wie es sich gehört bekomme ich dort sogar einen kostenlosen Parkplatz 🙂 ; weiter vorne bei den Restaurants und Touristenfallen Andenkenshops kostet Parken inzwischen 10 USD pro Tag.

Es ist sehr windig, und daher trotz Sonnenschein relativ kühl – ich ziehe zum ersten Mal auf dieser Reise für längere Zeit die warme Windjacke an, schnalle mir den Rucksack um und wandere ein wenig den Strand entlang, dann die Strasse entlang zum RV Park und zum Seafarer Memorial und über den Strand zurück.

Obwohl die Parkplätze auf dem Spit alle gut gefüllt sind hat der kalte Wind offenbar viele Leute nach drinnen vertrieben, am Strand und der umliegenden Gegend ist zumindest eher wenig los.

Es ist eindeutig sehr windig!

Die «Painted Ladies» von Homer!

Auf dem Rückweg ins Städtchen halte ich noch am Mariner Park; von dort aus hat man einen schönen Blick auf diverse Kite-Surfer und Kanu-Fahrer, die sich ins Meer gewagt haben. Leider kommen alle 3 Kiter fast zeitgleich aus dem Wasser als ich ankomme, daher gibt es von dort keine spektakulären Sprungbilder.

 Dafür fliegt kurzzeitig ein Seeadler über uns hinweg – der Blickwinkel ist zwar nicht ganz optimal, dafür hat er aber einen halben Fisch als Beute in den Krallen, und das wiederum sieht man aus diesem Winkel sehr gut!

Mittlerweile ist es 18.30 Uhr und ich bekomme langsam ein Hüngerchen; eigentlich hätte ich noch Vorräte im Kühlschrank, aber die Info-Mappe im Chalet hat unter anderem das «Fat Olives» als die beste Pizzeria im Ort empfohlen, und die hat Sonntags bis 19.30 Uhr geöffnet.

Onlinebestellungen sind aus unerfindlichen Gründen blockiert, also fahre ich schnell dort vorbei, bestelle vor Ort (eine «Hitman» Pizza mit Pesto und Tomaten) und bekomme 15 Minuten später meine fangfrische und heisse Pizza to Go in die Hand gedrückt. Der Weg ins Chalet dauert ja nicht lange, und so gibt es Pizza und ein Bierchen zum Znacht.

Für morgen ist wieder gutes Wetter angesagt; grosse Pläne habe ich nicht, aber in Homer gibt’s immer etwas zum Anschauen, also wird sich bestimmt etwas finden 🙂

Unterkunft: Peekaboo Chalet, 5250 E Hill Rd Homer, Alaska (via AirBnB)
Gefahrene Km: 38
Schritte: 7’982
Fotos: 177