Auch heute morgen ist das Wetter noch ziemlich durchwachsen und nass, wenn auch nicht mehr ganz so stark verregnet wie gestern. Kurz vor 11 Uhr räume ich meine Cabin, verabschiede mich von Karen und ihrem verspielten Hund Charlie, und mache mich auf den Weg.

Charlie:

Verregneter Blick auf den See:
Anschliessend fahre ich noch ein Stück nach Norden, in den Captain Cook State Park – bei schönerem Wetter soll das einer der hiesigen Geheimtipps sein, und insbesondere am Discovery Park wunderbare Sonnenuntergänge bescheren. Davon ist heute zwar kaum etwas zu ahnen, aber zumindest sehen wollte ich die Ecke mal, wenn ich schon in der Gegend bin
Stormy Lake im Captain Cook SP:
Parkplatz am Ende der Strasse in den State Park – auch heute hat es hier ein paar Leute, Regen hin oder her. Immerhin mit angemessenen Fahrzeugen: 

Discovery Park, direkt am Wasser mit Zugang zum Strand, würde sich bestimmt lohnen wenn man mehr sieht!

Ich verlasse den State Park dann bald wieder, und mache mich auf den Weg nach Süden in Richtung Homer, meinem Ziel für die nächsten 4 Tage. 

In Soldotna, der grössten nächstgelegenen Stadt, regnet es immer noch. Ich überlege, das schlechte Wetter für einen schon längst fälligen Haarschnitt zu nutzen, bekomme aber in 2 Hair Salons nacheinander eine Absage – wegen des anstehenden langen Labor Day Wochenendes sind sie alle ausgebucht und könnten mir erst für nächste Woche Termine anbieten. Dann lass ich es halt, ein paar Tage länger geht schon auch noch. Die meisten Locals hier laufen eh langhaarig und mit Bart herum, vielleicht sollte ich mich einfach anpassen 🙂
Im Soldotna Safeway decke ich mich noch mit ein paar Vorräten für die nächsten Tage ein, nachdem ich gestern in Homer eine Ferienwohnung mit eigener Küche gebucht hatte und kein B&B. 
Anstatt danach auf direktem Weg über den Sterling Highway nach Süden zu fahren, nehme ich den längeren Weg an der Küste entlang über die Kalifornsky Beach Road. Die meisten Zufahrten mit Zugang zum Strand sind leider privat. Bei der ersten nicht verbotenen Abzweigung komme ich dann aber mit meinem Auto nicht durch – dafür klart das Wetter langsam auf, und man sieht wieder etwas mehr von der schönen Umgebung

Im Nachbarörtchen Kasilof entdecke ich dann eine Strasse, mit der man tatsächlich bis an den Strand kommt. Ich bin eine gute halbe Stunde dort unterwegs, und ausser ein paar Seemöwen und einem (mir unbekannten) grossen Vogel ist sonst niemand unterwegs. Erst als ich zum Wagen zurückgehe, taucht noch ein Auto mit 2 weiteren Besuchern auf
Sachdienliche Hinweise zu diesem Vogel nehme ich gern entgegen:

Auch hier beginnen langsam die Herbstfarben
Kleiner Dreckspatz:

Nach Kasilof nehme ich den nächsten Umweg über die Cohoe Loop Road, die auf Google Maps auch nach einer vielversprechenden Küstenstrasse aussah. Von der Küste sieht man wegen der vielen Bäume dann leider nicht viel, alle Zufahrten in die Richtung sind privat und zT mit Barrikaden gegen die offenbar häufigen unerwünschten Besucher abgesperrt. Trotzdem lohnt sich der Umweg – und in der dreiviertel Stunde, die ich auf der Loop bin, sehe ich insgesamt 4 andere Autos. 

So ein Ausblick liegt dann einfach mal am Strassenrand…

Als ich gerade am Ende der Loop ankomme erreicht mich eine Nachricht von Emerald Airlines aus Homer, bei denen ich gestern eine Anfrage platziert hatte – und hurra, sie haben am Montag noch einen Platz für mich! Mit dem Wasserflugzeug geht es dann in den Katmai National Park auf eine ganztägige Tour, Bären beobachten. Laut Wetterbericht sollte es am Montag trocken, vielleicht sogar stellenweise sonnig sein – da heisst es Daumen drücken und hoffen…. 

Die nächsten anderthalb Stunden auf dem Sterling Highway verlaufen normal, und erst als ich mich langsam Homer nähere, trübt sich der Himmel wieder ein. Am Overlook Point, den mir neben den Reiseberichten auch der Vermieter meiner Unterkunft für die nächsten Tage empfohlen hat, hätte man einen Bombenblick über die Kachemak Bay, die Berge, den Vulkan Augustine und die Barren Islands. 

Heute sieht man leider nicht sehr viel – aber ich komme sicher wieder, der Aussichtspunkt ist nur eine Meile von meiner Unterkunft entfernt:

Kurz darauf gelange ich ans Ziel – Steven und seine Frau Robbie haben ein schönes grosses Stück Land, unterhalb des Overlook Points, aber immer noch mit toller Aussicht. Steve ist Schreiner und hat sowohl das Haus der Beiden, das Gartenhaus wie auch die Gästewohnung selbst gebaut, inklusive des Innenausbaus. Neben dem Denali View Inn B&B in Talkeetna ist das eine der schönsten Unterkünfte meiner ganzen bisherigen Reise! Gemietet habe ich die Wohnung über VRBO.com, Objektnummer 509090. 

Meine Wohnung liegt im 2. Stock oberhalb der Holzwerkstatt und etwa 30 Meter vom Haupthaus entfernt, Ruhe und Privatsphäre sind also garantiert. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich noch ein grosses Gewächshaus mit Salat, Gemüse und Obst, wo man sich als Gast ebenfalls bedienen darf, sowie eine Beobachtungplattform, von der aus man Otter und Vögel sehen kann – beides werde ich mir morgen mal genauer anschauen! 
Nachdem ich meine Sachen eingeräumt habe nutze ich die zur Wohung gehörende Waschmaschine & Trockner-Kombi, halte noch einen Begrüssungsschwatz mit Steve, und mache mir dann etwas Leckeres zum Nachtessen. Dazu gibt es den Rotwein, den Steve zur Begrüssung auf den Tisch gestellt hatte: so fühlt man sich gleich noch ein Stückchen mehr willkommen!  
Treppenaufgang:

Wohnküche:
Bequeme Couch:

Eigene Veranda mit Ausblick

Schlafzimmer

Massgeschneiderte selbstgebaute Möbel:

Gefahrene Km: 278
Gelaufene Km: 5.4
Gemachte Fotos: 116