Eigentlich ist es ja sehr bequem, dass die US Immigration bereits am Flughafen in Vancouver durchgeführt wird, ansonsten wären die 75 Minuten Umsteigezeit, die ich in Seattle habe, doch sehr knapp.

Da der Flieger um 9.55 Uhr geht, und ich nicht abschätzen kann wie lange die Immigration dauern wird (an US Flughäfen gab es zwischen 5 Minuten und 1.5 Stunden schon alles), habe ich mich für eine zeitige Anreise entschieden. Um 6 Uhr klingelt der Wecker, um 6:45 Uhr checke ich aus dem Hotel aus und steige ins Taxi. Um diese Zeit ist auch an einem Montag noch nicht viel los, und weniger als eine halbe Stunde später stehe ich bereits am Check-in. 
Der Security Check dauert rund eine Viertelstunde, verläuft aber problemlos. Bei der US Immigration stehen wie in Chicago auch Self Service Kiosks, allerdings ist die Schlange recht lang. Mit den Kiosks geht es aber doch zügig, und bald stehe ich mit meinen Dokumenten beim Immigration Officer. Nachdem es in Chicago ja wegen meiner langen Aufenthaltsdauer in den USA ein ziemlich Akt war bei der Einreise hatte ich doch etwas Bedenken, wie gut die Wiedereinreise heute laufen würde – aber alles läuft ganz easy und entspannt, der IO stellt keine Fragen, scannt nur Boarding Pass und Reisepass, und wünscht mir gute Reise. Puh!  
Im Flughafen selbst verteilen sich die Leute dann schnell über die Gates, es ist nicht viel los, bis auf die Starbucks-Schlange. Ich hole mir dort auch noch einen Kaffee, und lese damit im Wartebereich an meinem Gate die Zeitung bis zum Boarding. 
Der Flug dauert wieder nur eine knappe halbe Stunde, bietet aber ein paar hübsche Ausblicke:

In Seattle Tacoma angekommen stehen wir erstmal wie bestellt und nicht abgeholt auf dem Flugfeld herum – bei dem Flieger, der unser Gate belegt, ist beim Tanken Treibstoff ausgelaufen, und das muss erst gerichtet werden. 
Am Ende stehen wir länger am Boden als der Flug an sich gedauert hat; 40 Minuten dauert es bis wir endlich aussteigen können. Das Gate für meinen Anschlussflug liegt immerhin relativ nahe, und ich bin auf jeden Fall besser dran als meine Sitznachbarn, deren Flug nach Salt Lake City schon in 18 Minuten startet…. 
Ein paar Minuten nachdem ich am Gate ankomme beginnt das Boarding; auf gehts nach Alaska! Der Flieger ist voll bis auf den letzten Platz, Delta hat sogar noch Frewillige gesucht, die ihren Flug auf morgen verschieben. Es gibt 600 USD dafür, allerdings nicht cash sondern nur als Voucher, und so finden sich nicht viele Interessenten. 
Die Verspätung in Seattle sollte dann allerdings noch ein Nachspiel haben – kaum in Anchorage gelandet, schon bekomme ich auf dem Handy eine Mail von Delta: eines oder mehrere meiner Gepäckstücke haben den Anschlussflug nicht mehr erwischt. Grmpf! Offenbar sind 50 Minuten nicht genügend Zeit bei Delta, selbst wenn beide Flieger am gleichen Gebäudekomplex andocken… 
Also erstmal zum Gepäckdienst von Delta; das Büro ist abgeschlossen und dunkel. Doppelgrmpf! Dann wieder zurück zum Ticketschalter, Problem erklärt, der zuständige Mitarbeiter wird geholt, etc etc pp. Am Ende ist der eine Koffer (Schuhe, Hemden und Waschzeug) da, der andere (warme Hosten, Pullis, etc) nicht. Angeblich soll er aber bereits mit dem nächsten Flieger von Alaskan Airlines kommen, man hilft sich da untereinander, und dann gegen 20 Uhr bei mir im Bed & Breakfast abgegeben werden. Also gut, schau’mer mal.
Bei Hertz geht nach der unrühmlichen Geschichte in Seattle heute alles glatt. Weder versucht man, mir unnötige Versicherungen aufzuschwatzen, noch gibt es Probleme mit der Wagenverfügbarkeit. Innerhalb von ein paar Minuten sind die Formalitäten erledigt, und in der Garage wartet ein weisser Chevy Traverse auf mich, leider nur mit Frontantrieb, aber immerhin ein V6 und mit ausreichend Platz im Innen- und Kofferraum. Und dank des günstigen DERTour Angebots ein echtes Schnäppchen für alaskanische Preisverhältnisse.

Der Bolide:

Das Alaska House of Jade B&B, meine Unterkunft für diese Nacht, liegt ruhig in einem zurückgezogenen und sehr hübschen Wohngebiet von Anchorage. Nach längerer Plauderei mit den anderen Gästen und Krista & Dan, die das B&B betreiben, fahre ich erstmal auf eine Einkaufstour zu Walmart und Safeway, um einige Grundbedürfnisse (Wasser, Trail Mix Futter fürs Hiken, etc) der nächsten Tage abzudecken.

Eingangsbereich des B&B:

Die Nachbarschaft, hübsches Wohnquartier:

Anschliessend geht es zum Earthquake Park, von dem aus man einen schönen Blick auf die Skyline der Stadt und die dahinter liegenden Bergketten im Sonnenuntergang haben KANN – wenn das Wetter denn mitspielt. Leider trübt sich der Himmel bereits deutlich ein, und da der Park viel weiter weg liegt als ich dachte, habe ich auch noch das falsche Objektiv dabei. Also erstmal leider nix mit tollen Fotos.

Ich fürchte, der bedeckte Himmel ist auch nur der Anfang. Für die nächsten Tage sagt der Wetterbericht auf meiner ganzen Strecke bis zum Wochenende Regen voraus – am Samstag soll es sogar Schnee geben! 
Erst gegen 22.30 Uhr komme ich dann ins B&B zurück; alle Anderen sind offenbar schon im Bett. Was nicht da ist, ist mein zweiter Koffer – dafür eine Nachricht von Krista, offenbar hat Delta gegen 22 Uhr im B&B angerufen und gemeldet, dass der Koffer jetzt dann ausgeliefert wird … Krista hat auch noch einen Zettel für Delta an die Haustüre geheftet, bitte nicht zu klingeln, sondern den Koffer einfach in den Windfang zu stellen (Haustüre abschliessen scheint hier nicht üblich zu sein). Ich rechne dann irgendwann nicht mehr damit, dass der Koffer heute wirklich noch kommt, schaue aber trotzdem noch ein letztes Mal gegen 23.30 Uhr nach – und dann steht er tatsächlich unten im Eingangsbereich, hurra! 

Gefahrene Km: 90.4
Gelaufene Km: 9.6
Gemachte Fotos: 65